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Rollenspiel

Die http://www.Superman-Forum.net Round-Robins und Rollenspiele

Re: Rollenspiel

Beitragvon Mel » Di 18. Jan 2011, 20:13

Amy McReary hätte niemals geglaubt, dass es für irgendjemanden interessant sein könnte, sie zu entführen.

Natürlich las man viel - sie war ja nicht ganz auf den Kopf gefallen, auch, wenn ihr Verlobter, Ed, ihr mehr als einmal vorgeworfen hatte, dass sie manchmal zu naiv war und oft einfach zu blauäugig an das Gute im Menschne glaubte anstatt die Dinge vernünftig zu hinterfragen. Dennoch, auch, wenn sie mehr als einmal Abends, wenn sie nach Hause kam, erst einmal durch das Haus lief um sicherzugehen, dass kein dunkler Fremder mit einer Axt in irgendeiner Ecke darauf wartete, über sie herzufallen, so hatte sie niemals wirklich daran geglaubt, dass dies auch nur ansatzweise eine Option sein könnte. Dass tatsächlich einmal nicht ein, sondern mehrere dunkle Fremde, ihr auflauern und über sie herfallen konnten und das nicht Nachts in ihrem Haus oder in einer dunklen Gasse sondern, soweit sie sich erinnern konnte, mitten am hellichten Nachmittag in einer vielbefahrenen Straße.

Das mit dem Erinnern, das war ein weiteres Problem. Amy versuchte erneut, sich aufzusetzen, doch dieses Vorhaben scheiterte an ihrem schmerzenden Kopf und sie entschied sich dafür, diesen ehrgeizigen Plan noch etwas zu verschieben und weiterhin einfach ruhig auf dem kalten Boden zu bleiben. Dem kalten Boden ihrer - Zelle? War es eine Zelle? Das würde sich auch klären, sobald sie die Augen länger als zehn Sekunden aufhalten und den Kopf vielleicht ein klein wenig drehen konnte. Jetzt sah sie lediglich eine leicht flackernde Lampe weit weit oben an der Decke wenn sie die Augen öffnete.

Hatte man sie entführt? Nein, sie doch sicherlich nicht. Immerhin hielt sie sich, im Gegensatz zu ihrem Bruder Timothy, vornehm zurück. Ja, ihre Eltern waren reich. Verdammt reich. Und ja, ihr Vater hatte seine Finger in Geschäften, von denen Amy nicht einmal ansatzweise etwas wissen wollte, aber Timothy war der McReary Spross, der sich lächelnd zeigte, wenn es darum ging der versammelten Presse zu erklären, dass ihr Vater erneut mit einem Herzinfarkt im Krankenhaus lag und er jetzt die Zügel in die Hand nehmen wollte. Timothy ging zu Golf-Turnieren für wohltätige Zwecke und Timothy war mit seiner Ehefrau - wenn der Anlass es ermöglichte auch mit den beiden natürlich bestens erzogenen Kindern - auf den Filmpremieren und Galas die man besuchen musste. Es war auch Timothy, der irgendwann alles endgültig übernehmen würde, natürlich erst, wenn ihr Vater losließ. Und daran glaubte, außer Timothy, keiner. Nicht einmal Amy. Richard McReary würde sie alle überleben, wie es aussah, standen seine Chancen Amy zu überleben in diesem Moment besser denn je. Dieser düstere Gedanke ließ ein kleines Lächeln auf ihren Lippen erscheinen. Wenigstens hatte Timothy dann kein Erbe, um dass er sich streiten musste und die Chance auf ihrer Beerdigung in die Kameras zu weinen und erschüttert zu sein.

Nicht, dass Amy ihren Bruder nicht mochte, er war nur anders und er erkannte manchmal die Grenzen zwischen dem Privatleben und dem, was man für die Öffentlichkeit tat, nicht ganz. Und wenn die Leute das gemerkt hätten, wenn die Leute das wüssten, dann würden sie Timothy McReary mit anderen Augen sehen.

War es überhaupt bekannt, dass sie tatsächlich mit dieser Familie in Verbindung stand? Ja, wahrscheinlich schon. Natürlich, wenn man sich mit ihnen beschäftigte, würde man schnell über Amy stolpern, die zwar niemals direkt mit der Firma zu tun hatte oder mit den Geschäften. Amy, die zwar in den pompösen Penthäusern und Wohnungen groß geworden war, die als kleines Mädchen mehr als einmal auf offiziellen Familienfotos in die Kamera gelächelt hatte, die aber dann, mit sechzehn Jahren, auf ein Internat geschickt worden war und anschließend im Ausland studiert hatte um dann zwar wiederzukommen, aber bei ihrer Familie nicht mehr ein und auszugehen als jeder Bedienstete den sie hatten. Amy, über die bis zu ihrem 22. Lebensjahr noch ab und an diverse Meldungen auftauchten, allerdings nicht in den Wirtschaftsmagazinen sondern eher in den Gossip-Heftchen, die sich mit den weniger wichtigen aber dennoch weltbewegenden Themen auseinandersetzten. Sie war zu dünn, sie war zu dick, sie war schwanger, sie hatte Affären mit Männern, die sie nichtmal kannte, sie war verlobt und doch wieder nicht und ganz davon ab, konnte und sollte eine hübsche Frau wie sie die noch dazu reich war Single sein? Amy kam es manchmal vor, als hätte sie schon zwanzig Leben gelebt, von denen nur eins wirklich existierte, die anderen verhaftet in der öffentlichen Wahrnehmung aber nicht in der Realität. Ja, sie hatte das mit dem Heiraten lange vor sich hergeschoben. Wobei "lange" auch relativ war - immerhin war sie nun gerade mal 28 und seit bereits über einem Jahr mit Ed verlobt. Also soweit gar kein echtes Drama. Und ja, sie hatte sich lange in der Welt herumgetrieben weil sie einfach nicht sicher gewesen war, was sie wirklich wollte. Und was sie wirklich wollte, das wusste sie mittlerweile auch noch nicht - aber, und das war seit ein paar Wochen neu, sie hatte begriffen, dass das nicht immer wichtig war und dass sie Ed wahrscheinlich nicht wollte. Genau das hätte sie diesem auch in den nächsten Tagen mitteilen wollen. Jetzt würde er das vielleicht niemals erfahren.

Stimmte es, dass sie hübsch war? Vielleicht, aber sicherlich nicht in diesem Moment und auch nicht morgens nach dem Aufwachen. Sie war schlank, sie war sportlich, sie ging jeden Morgen laufen und sie liebte ausgefallene Kleidung. Ihr Haar hatte sie erst letzte Woche geschnitten - wo es bis dahin noch tiefschwarz und lang gewesen war, hatte sie es jetzt so kurz wie nur möglich abschneiden lassen. Wie nannte man das? Einen Bubi-Kopf? Irgendwie hatte es etwas befreiendes gehabt, der erste wichtige Schritt sozusagen. Die meisten ihrer Freunde hatten diese neue Frisur gehasst. Ed hatte die Frisur gehasst, aber das nicht gesagt, natürlich nicht, das traute er sich nicht. Ihre beste Freundin, Mia, hatte es gut gefunden. Es würde ihre Gesichtszüge mehr zur Geltung bringen, ihre Wangenknochen und auch ihre grünen Augen mehr hervorheben, die würden jetzt größer wirken.

Was immer...für Amy war es keine optische Entscheidung gewesen sondern mehr als das. Man konnte sagen, was man wollte, aber eine Frau schnitt sich nicht grundlos einfach die Haare ab.

Sie entschied, dass sie immer noch darüber nachdenken konnte, warum genau sie hier war, sie musste hier raus. Positiv denken. Was war positiv? Bisher war noch niemand gekommen. Sie war nicht verletzt, nur ihr Kopf schmerzte, aber soweit sie es beurteilen konnte war der Rest ihres Körpers unversehr. Oder war das der Schockmoment? Damit hatte sie sich in ihrem Medizin-Studium doch auseinandergesetzt...? Nein, die Kopfschmerzen verhinderten weiteres nachdenken. Soweit sie das beurteilen konnte war sie in Ordnung, sie war okay. Sie musste nur ihre Augen aufkriegen.

Eins.

Zwei.

Drei.

Es tat weh, es tat wirklich weh, aber Amy schaffte es, in das flackernde Licht zu starren bis ihre Pupillen ihren Dienst taten und sich entsprechend verengten. Dann sah sie an sich herunter und stellte fest, dass sie wenigstens nicht blutete, also war ihre Vermutung soweit richtig gewesen. Zudem hatte sie sich gestern ziemlich normal angezogen - enge Jeans, ein schwarzes T-Shirt, wo ihre Lederjacke geblieben war, das wusste sie nicht, und knallrote Pumps. Letztere waren nicht unbedingt das beste Fußwerk für Fluchtaktionen aber daran wollte sie sich jetzt nicht aufhängen. Positiv denken.

Jetzt musste sie nur noch...vorsichtig winkelte sie ihre Ellenbogen an, hob ihren Oberkörper leicht und sah sich, nach wie vor blinzelnd, um.
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Re: Rollenspiel

Beitragvon Magss » Mo 21. Mär 2011, 08:04

Lois


Lois öffnete ihre Augen um der Dunkelheit zu entfliehen. Doch obwohl sie sich sicher war, alles richtig gemacht zu haben, um ihre Augenlider zu heben, blieb es stockfinster.

Ihre Zunge fühlte sich größer als sonst und geschwollen an, sie konnte kaum schlucken. Als hätte sie seit Tagen nicht mehr getrunken.

Ohne wirklich genau zu wissen, wo oben war, wollte sie sich aufsetzen, doch ein heftiger Schmerz in ihrer Schulter zog sie wieder zu Boden. Sie lag auf ihrem Arm, wie lange schon, Stunden? Tage? So jedenfalls fühlte es sich an. Dann versuchte sie die obere Schulter zu bewegen, doch etwas hielt ihre Handgelenke auf dem Rücken fest.

Etwas? Sie war gefesselt!

Nun war sie hellwach. Und schlagartig erinnerte sie sich: Der Planet. Die anderen, Chloe, Clark, Jimmy. Klirrendes Glas. Überfall. Chaos. Unzählige Kerle in schwarz, maskiert. Sie hatte sich wehren wollen, jemand zog ihr etwas über den Kopf, dann dieser typisch stechende Geruch, sicher Chloroform. Doch wo war sie jetzt? Die anderen? War Clark nicht zusammen geschlagen worden? Ob Chloe auch hier war? Hoffentlich hielt sie ihren Dickschädel im Zaum und provozierte niemanden. Jimmy hatte sie während des gesamten Überfalls nicht gesehen. War das etwas Gutes oder eher nicht?

Als würde sie in eiskaltes Wasser getaucht, breitete sich die Angst in ihrem Körper aus. Begann sie in einen Panzer zu sperren. Nein! Sie musste etwas dagegen tun! "Lois!", ermahnte sie sich, "Sammle so viele Informationen wie möglich!" flüsterte sie lautlos.

"Der Untergrund ist hart und kalt und rau. Fußboden. Was hörst du noch, Lane?" Sie vernahm ein entferntes, gleichmäßiges Brummen, leise, vielleicht eine Heizung. Schritte, sehr leise, auch die gleichmäßig, ohne Hast, aber zügig. Sicher von einem Mann, oder von jemandem in derben Schuhen. Eine Tür klappte, dann waren die Schritte weg.

Lois versuchte noch einmal sich aufzurichten. Ihre Schulter sandte kleine Stromstöße durch ihren Körper. Wie lange hatte sie auf der Seite gelegen, Tage, Wochen? Aber sie schaffte es dennoch. Langsam begann das Blut wieder in ihrem Arm zu zirkulieren, ließ ihre Muskeln schmerzhaft kribbeln.

Sie wartete einen Moment, ob ihr Erwachen eine Reaktion auslöste, doch nichts geschah. Dann traute sie sich: "Clark?!", erschrak beim Klang ihrer eigenen Stimme. "Chloe?!"

Nichts passierte.

Also räusperte sie sich, holte tief Luft, versuchte es noch einmal, lauter, fordernder: "CLARK?! CHLOE...?!"
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Re: Rollenspiel - Jimmy

Beitragvon C_K_unlimited » Sa 26. Mär 2011, 12:34

Jimmy

Jimmys Gedanken wurden vom stärker werdenden Schmerz in seinem Knöchel unterbrochen. Mit einer Mini-Taschenlampe an seinem Schlüsselbund beleuchtete er den Raum. Vorsichtig erhob er sich und humpelte zum alten Erste-Hilfe-Kasten. Doch bis auf eine rostige Schere war er leer. Seufzend machte sich Jimmy auf den Rückweg zum Stuhl und ließ sich wieder darauf fallen. Mit den Händen kramte er in seinen Hosentaschen bis er endlich sein Schweizer Taschenmesser gefunden hatte. Dann befreite er sein Hemd aus der Hose und begann ringsum einen Streifen abzuschneiden. Mit einem 'rrrritsch' gab der Stoff endlich nach und Jimmy hielt eine behelfsmäßige Binde in der Hand.

Im trüben Licht der Taschenlampe untersuchte er seine Wunde und stellte erleichtert fest, dass es nur ein Streifschuss war. Immerhin musste er nicht noch anfangen eine Kugel aus seinem Bein zu ziehen. Allein der Gedanke jagte ihm einen kalten Schauer über den Rücken. Also klemmte er sich die Taschenlampe zwischen die Zähne und begann umständlich den Stoffstreifen um seine Wunde zu wickeln. Er versuchte erst gar nicht sie zu Säubern um sie nicht wieder zu öffnen. Wenn er hier raus und in einem sauberen Krankenzimmer war, könnte ein Fachmann oder eine Fachfrau das nachholen. Der Gedanke an eine hübsche Krankenschwester brachte ihn sogar zum Schmunzeln.

Diesem Bild folgte sofort ein Bild einer anderen hübschen Frau, die er gerne bei sich gewusst hätte. Chloe! Sie war immer noch in Gefahr! Schnell beendete er seine Verbandsaktion und lauschte nach Draußen. Es war still, fast schon zu still. Wie viel Zeit mochte wohl vergangen sein? Jimmy wusste es nicht. Er hatte jegliches Zeitgefühl verloren. Zu blöd, dass er sein Telefon auf Chloes Schreibtisch hatte liegen lassen und seine Armbanduhr ausgerechnet diese Woche beim Uhrmacher war.

Wieder lauschte er in die Stille. Wie lange hatte er wohl gebraucht um über die Lüftungsschächte hier her zu kommen? 20 Minuten? Länger? Kürzer? Und wie hoch standen die Chancen, dass die schwarzen Männer ihn entkommen lassen würden. Müssten sie nicht nach ihm suchen? Hatten sie ihn vielleicht schon längst gefunden und erwarteten ihn vor der Tür? Wer war das überhaupt? Und warum waren sie hier? Was war so brandgefährlich an McDatchs Daten, dass man sie hier in der Redaktion überfallen und Mary getötet hatte?

So lange du hier in der Kammer sitzt, findest du keine Antworten. Sagte eine kleine, nervige Stimme in Jimmys Kopf.

Also nahm er all seine Kraft und seinen Mut zusammen, rappelte sich auf und bewegte sich zur Tür. Erneut lauschte er, dann legte er sich flach auf den Boden und linste unter dem Türspalt hindurch. Nichts war zu hören, nichts war zu sehen. Dieses Stockwerk des Daily-Planet-Gebäude war an eine Versicherung vermietet, deren Notdienst die Mitarbeiter von Zuhause aus betreuten. Es war also keiner da. Auch sonst konnte der Rotschopf niemanden entdecken. So richtete er sich wieder auf. Einen Moment zuckte er vor Schmerzen zusammen, als er unbedacht auf seinen linken Fuß trat. Mühsam unterdrückte er einen Schmerzenslaut. Dann atmete er tief durch und entriegelte das Schloss. Wieder lauschend wartete er einen Moment. Als sich nichts regte, öffnete er sachte und so leise wie möglich die Tür und lugte in den dunklen Flur.
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Re: Rollenspiel

Beitragvon KitKaos » So 26. Jun 2011, 20:30

Clark

"...K?! CHLOE...?!" Wie unter Wasser drangen Laute – Worte – an seine Ohren, über das beinahe betäubende KlingelnKlirrenRauschen hinweg.

Nur mit großer Mühe kämpfte er sich durch die Schwärze zurück in einen Zustand irgendwo zwischen Ohnmacht und Schmerzen. Sein gesamter Körper schmerzte und war gleichzeitig wie betäubt – bereits das Atmen schien ihn bis aufs Äußerste zu verausgaben. Einatmen. Und ausatmen. Es brannte – und doch wusste er durch den Wahnsinn hindurch, mit einer winzigen Ecke in hintersten Winkel seines Bewusstseins, dass sein Atmen flach und unregelmäßig ging...

Seine Brust drohte zu bersten, er spürte kalte Schweißperlen seine Haut verbrennen vor Anstrengung. Klare Gedanken schienen nur schwer vorstellbar, unglaublich weit weg. Doch... er... musste...!

Erinnerungsfetzen schwammen vor seinem inneren Auge, ergaben keinen Sinn. Chloe in einem Regen aus Papierschnipseln – Worte darauf – L... - Jimmy, blutend – schwarze Gestalten in kaltes Metall gehüllt – Schmerzen – Feuer, brennende Computer – eine Tote umgeben von Grün – Kryptonit, ein Gefängnis aus Kryptonit – die Festung der Einsamkeit – Lois, die gefoltert wurde, Clark hörte ihre Schreie...

„Lo... Lois!... LOIS!“ presste Clark hervor. Es war ein verzweifeltes Gurgeln, ging unter im KlingelnKlirrenRauschen in seinen Ohren. Clark schmeckte etwas Metallisches – Blut... Und doch... Und doch wusste er, er konnte nicht anders.

Der Gedanke an Lois half seinem Fokus. Half ihm nicht gegen die Schmerzen, doch ließ ihn sie leichter ertragen. Sich konzentrieren... Er durfte nicht... durfte nicht wieder das Bewusstsein verlieren!

Einatmen. Ausatmen! Einatmen – Kraft, er brauchte Kraft. Beim erneuten Ausatmen zwang er seine Lider auf. Wurde beinahe erneut ohnmächtig – es schmerzte, brannte, stach!

Clark merkte, wie er seitlich kippte, langsam. Kalter Stein, nass – Schweiß? Blut? Egal! Er musste die Augen offen halten! Sehen!

Verschwommen konnte er einen kleinen Raum – eine kleine Zelle? – ausmachen, grüngräulich-fahles Licht. Ein hellerer Rahmen aus ebenjenem Licht um ein dunkles, schweres Rechteck – eine Tür? Im Raum selbst? Jede Bewegung schmerzte – fuhr wie ein Blitz tief in seinen Kopf, ließ ihn Sterne sehen, Schwärze.

Er kämpfte verzweifelt dagegen an, dachte an Lois – seine Lois! Wie hatte er jemals so dumm sein können?! Als ihm seine Augen endlich gehorchten, er sie bewegen konnte, sah er nicht weit von sich etwas Erhöhtes – es konnte eine Pritsche sein, ein Bett, etwas Weiches?

Tausend Nadeln, Blitze, Schmerzen! Lois! Sterne, Blut, Schmerz! Lois! Schwärze, TosenRauschenBlubbern! Lois! Millimeter um Millimeter schob er sich weiter, verklebt und nass und am ganzen Körper zitternd. Auf die Pritsche, auf das Bett zu. Hievte sich hinauf, spürte eine weiche Matratze – der Geruch nach frisch gewaschener Wäsche war so fremd, so unpassend. Und doch meinte Clark ihn wahrzunehmen. Sein Kopf auf einem angenehmen Kissen, das leise Plätschern eines kleinen Zimmerbrunnens direkt vor seiner Nase.

In welch perfider Hölle waren sie hier nur gelandet?

Doch bereits im nächsten Augenblick drohte er bereits erneut das Bewusstsein zu verlieren...
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Re: Rollenspiel

Beitragvon Magss » Mo 30. Jan 2012, 11:21

Lois

Im ersten Moment war es ein komisches Gefühl. Jetzt, wo das Blut wieder ungehindert durch ihre Arme floss, kamen sie ihr vor, als gehörten sie nicht zu ihrem Körper, fühlten sich größer, wie aufge-pumpt an. Auch sah Lois kleine Sterne vor ihren Augen tanzen in dieser vollkommenen Dunkelheit. Als würde das Blut aus ihrem Kopf nun in ihre Arme fließen. Die fingen dafür an zu kribbeln. Und ihre Schultern sandten einen dumpfen Scherz aus, den sie bis in die Füße spürte.

„Mein Gott, Lois! Hör auf dich zu bemitleiden!“ Sie sollte lieber herausfinden was hier los war. Und wo die anderen waren. Und wie es den anderen ging. Und was diese schwarzen Kerle wollten. Und was sie ganz speziell von ihr wollten… Und… und…

Also beschloss die Reporterin sich wieder auf ihre Umgebung zu fokussieren. Diese alles einhüllende Dunkelheit kam ganz sicher von der Kapuze, die man ihr übergestülpt hatte. Genau wie Chloe eine abbekommen hatte. Lois fragte sich, ob sie sich davon befreien konnte. Auch kam ihr die Idee, dass ihr Rufen von dieser dummen Kapuze verschluckt worden war.

Sie beugte den Kopf nach vorne, versuchte sich so weit zu strecken, dass sie vielleicht einen Zipfel des Stoffes mit ihren Knien festhalten konnte. Doch mit ihren immer noch auf ihrem Rücken gefes-selt Händen, stellte sich das als schwieriger heraus als sie gedacht hatte. Ihr Körper war steif und unbeweglich. Wie lange mochten ihre Hände schon gefesselt sein? Aber Lois war noch nie ein Mensch gewesen, der sich schnell einschüchtern ließ oder aufgab – also schaffte sie es natürlich. Bekam endlich freie Sicht auf den Raum, der sie umgab – und konnte kaum glauben, was sich ihr offenbarte: Sie hatte eine lebensfeindliche, unfreundliche, dunkle und dreckige Zelle erwartet. Doch dieser Raum war… gut, er hatte kein Fenster und die Tür hatte keine Klinke zum Öffnen, aber ein Gitter – es war eine Zelle. Doch von kahlen Kerkerwänden mit Ketten daran, war keine Spur.

Schnell ließ Lois ihren Blick von rechts nach links fliegen und das erste Wort, das ihr in den Sinn kam, war… Besinnlichkeit.

Die Wände waren abwechselnd in Holz und einer Art groben, naturfarbenen Papier gehalten. Hinter den Holzteilen mussten Lampen versteckt sein, denn eine andere Lichtquelle konnte sie nicht entde-cken. Und der Raum war in ein gleichmäßiges, warmes Licht getaucht.

Hinter Lois war eine Schlafstätte. Und obwohl es eigentlich nur ein Futon auf dem Boden war, wirkte er sehr genau platziert. Einfach stimmig.

Doch genau in dem Moment, da sie sich fragte, ob sie es sich kurz etwas bequemer machen sollte, ließ ein Geräusch sie zusammenfahren, es war ein Rufen. Oder eher nur ein Krächzen und kam si-cher von weit entfernt und es war undeutlich und sehr leise – und doch war sich Lois sicher, dass Clark ihren Namen gerufen hatte. „Lois…“ und noch einmal „Lois…“

Der Klang, so jämmerlich und kraftlos, ließ ihr das Blut in den Adern gefrieren. Wann hatte Clark jemals so schwach gewirkt? Und wovon?

Lois brachte sich etwas umständlich in eine stehende Position und hoffte, dass sie dabei nicht beo-bachtet wurde – apropos, einen Hinweis auf Kameras konnte sie bisher nicht entdecken. Aber was hieß das schon, so perfekt wie diese schwarzen Krieger die ganze Entführung durchgeführt hatten? Sie ging zu der Tür. Das Gitter anstelle eines Fensters hatte die Größe eines Schreibblocks. Durch die Stäbe konnte sie natürlich nur einen Blick auf die gegenüberliegende Wand werfen. Der Gang war eher schlicht, aber sauber und hell erleuchtet. Obwohl sie auch hier die Lichtquellen nicht sehen konnte. Von den Ninjas war niemand zu sehen. Schräg links von ihr war eine weitere Zellentür, sie hatte auch so ein Gitter wie ihre eigene Tür. Das war ihre Chance: „CLARK?!“

Sie wartete gespannt.

Nur Sekunden später sah sie Chloe durch die Stäbe dieser Tür schauen. „Lois!“, flüsterte sie. „Alles klar bei dir?“ Sie klang überrascht und vorwurfsvoll. Als könnte Lois etwas für diesen Schlamassel in dem sie geraten waren. Und sie meinte ein Veilchen im Gesicht ihrer Cousine zu erkennen. Miese Kerle.

„Ja. Mir geht es… ich bin okay. Wo ist Clark? Ich glaube, ich hab ihn gehört. Er klang nicht gut…“ Lois merkte, wie ihre Stimme langsam wegbrach. Es tat gut zu wissen, dass Chloe okay war, beziehungs-weise es ihr weitgehend gut ging. Aber sie machte sich solche Sorgen um Clark.

„Du…“, Chloe zögerte, ehe sie weitersprach, „weißt, warum er…?“ Dann schwieg sie einfach, sah Lois dabei aber weiter an die Augen. Es hatte auch weniger wie eine Frage geklungen, eher wie eine Feststellung. Und ihr Blick hatte etwas Beschwörendes. Offenbar wollte sie etwas nicht aussprechen, was offensichtlich war.

Lois trafen diese fast kryptischen Worte mehr als jede abwegige Erklärung. Und sie hätte gerne eine abwegige Erklärung gehört, eine, die ihr die Möglichkeit gab, das, was sich in ihrem Inneren zusam-menbraute, zu übertönen. Es war wie ein Mantra, das die ganze Zeit in ihr klang, das sie aber bisher sehr gut unterdrückt hatte. Doch der Ton verstummte nicht. Das erste Mal war ihr dieser Gedanke gekommen, direkt bevor diese schwarzen Ninjas den Planet gestürmt hatten. Das – war – keine – Fantasie – gewesen! Es war so einfach und doch traf sie diese Erkenntnis wie ein Donner. Zog ihr den Boden unter den Füßen weg, schnürte ihr den Brustkorb zu. Ließ sie in ein tiefes, dunkles Loch fallen. Ganz allein. Er hatte es getan. Genau das. Sie geküsst – und damit alles Erlebte ins Reich des Verges-sens geschickt.

Das war es, was sie in dem Moment gedacht hatte. Und was nun wieder fühlte.

Aber dahinter steckte ja noch viel mehr! Während sie der Tür und Chloe den Rücken zukehrte, wäh-rend sie sich vor der Welt verstecken wollte, rollte dieser so lange unterdrückte Gedanke nun mit aller Macht wieder auf sie zu und über sie hinweg: Dieser Kuss, dieser Kuss des Vergessens, er konn-te das, weil er… weil er…

Dass sie sich geliebt hatten, war kein Traum gewesen.

Oh, sie würde ihn umbringen!

Wenn er ihr nur jemals wieder unter die Augen treten würde.

Lois merkte, wie sie die Fäuste ballte. Wenn er jetzt hier wäre, würde sie ihn schlagen. Ohne die Fäuste zu öffnen, wischte sie sich unwirsch die Tränen fort. Versuchte dieses Gefühl in ihrem Bauch zwischen warmer Liebe und kalten, blanken Hass zu ignorieren.

Aber seine Stimme hatte so geklungen, weil… diese schwarzen Kerle hatten Kryptonit hier! Das hieß, sie wussten Bescheid! Oder war es nur eine Vorsichtsmaßnahme? Und sie wussten nicht, mit wem sie es zu tun hatten? Oder wollten sie ihn ausschalten? Clark ausschalten?!

Sie musste ihrem Partner helfen. Sie würde ihm helfen! „Clark! Hörst du mich? Clark! Antworte mir! Clark!“ Vielleicht war es in diesem Moment das einzige, was sie tun konnte, dafür sorgen, dass er bei Bewusstsein blieb, dass er an sich glaubte, dass er an sie glaubte, dass er wusste, sie würde an ihn glauben. „CLARK!“
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Re: Rollenspiel

Beitragvon Mel » Di 7. Feb 2012, 20:16

Der Raum, den Amy sah, war anders als erwartet. Allein deshalb schaffte sie es, trotz der Schmerzen in ihrem Kopf und in ihren Gliedern die Augen weit offen zu halten und sich, mit vor Irritation geruzelter Stirn, umzusehen.

Wäre sie hier nicht ohne jegliche Erinnerung an die letzten Stunden aufgewacht, am Boden liegend und mit all diesen Schmerzen, man hätte sagen können dass der Raum trotz seiner Schlichtheit ziemlich schick wirkte. Natürlich war das nicht ihr Stil, sie liebte alte, schwere Möbel und nicht diesen ganzen Feng-Shui-Kram der bei all ihren schicken Freunden Thema Nummer eins war. Mal abgesehen davon, dass der Energiefluss hier - wenn man den östlichen Regeln folgte - schwer gestört sein musste weil es kein Fenster gab, waren die Wände tatsächlich mit Holz getäfelt und es befand sich im Zentrum des kleinen Raumes eine Art...Futon? Während Amy das Wort dachte, musste sie schon leise darüber lachen. Die Absurdität der Situation holte sie ein und die Erkentnis darüber, dass alles noch dazu ziemlich ausweglos schien. Die Folge war eine Übersprungshandlung: Lachen. Auch, wenn ihr schmerzender Kopf sie das sogleich bereuen ließ und sie sich die Hände auf die Stirn legte um sich Linderung zu verschaffen. Nicht, dass das so wirklich klappen wollte, nein, ihre Handflächen waren zwar angenehm kühl, aber gegen die Schmerzen half es kaum. Vielleicht hatte sie auch eine Gehirnerschütterung oder Schlimmeres...durfte man sich dann überhaupt jetzt aufsetzen? Aufstehen? Egal, es war zu spät und sie konnte kaum hier am Boden sitzen bleiben, die Beine leicht angewinkelt, den Kopf in die Hände gestützt und abwarten bis ein wahnsinniger Entführer hier reinkam um sie zu töten.

Gab es da nicht Statistiken? Egal, ob nun Lösegeld gezahlt wurde oder nicht, meistens starb doch das Opfer am Ende, oder? Die großen Rettungen, die fairen Entführer, die gab es doch nur im Kino, nicht aber im echten Leben.

Amy stand auf, langsam, und war regelrecht dankbar dafür, dass sie so nah an der Wand gesessen hatte. NIcht sehr nah, aber nah genug um sich mit dem ausgestrckten Arm etwas zu stabilisieren und nicht sofort wieder auf den Boden zu fallen. Sie stöhnte leise, als sie ihre Wirbelsäule aufrichtete und ein stechender, aber nicht lange anhaltender Schmerz, sich über ihren Rücken ausbreitete. Gut, sie stand, auch, wenn sie sich abstützen musste, aber sie stand. Das war doch schon einmal ein Erfolg. Zu der Tür rennen, um Hilfe rufen, das würde ihr kaum helfen, soviel war klar, so etwas klappte nie. Dass es aber so schwer war, hier sämtliche Instinkte zu unterdrücken und stattdessen auf den Kopf zu hören, dass hätte sie sich niemals träumen lassen. Wahrscheinlich lag es am Ende lediglich daran, dass ihr Körper schmerzte und ihr Kopf immer noch dröhnte, dass sie nicht gleich nachgab und laut schrie.

Lieber stehenbleiben, die Augen schließen, zu sich kommen. Solange sie hier noch ein verwundetes Tier war brauchte sie keinen Besuch in ihrer Zelle denn sie würde keine Chance haben, rauszukommen. Das wusste zumindest ihr Kopf. Das Bauchgefühl schrie laut danach, zur Not die verdammte Wand einzuschlagen und sich dabei die Finger zu brechen wenn es nötig war um nur irgendwie die Flucht anzutreten.

Gerade hatte Amy ihre Atmung beruhigt, sich selbst davon überzeugt, dass es langsam gehen musste, und dass es schon irgendwie einen Ausweg geben würde (sich selbst zu belügen war schwer aber nicht unmöglich), da hörte sie Stimmen. Mehrere, um genau zu sein. Nicht miteinander sprechende Entführer, nein, aber aus verschiedenen Richtungen wurde gesprochen und es klang ganz so, als wäre sie mit ihrem Schicksal hier nicht allein. Nun konnte sie doch ihre Instinkte nicht mehr unterbinden. Amy ging zu der Tür, die ein kleines Gitterfenster hatte, sich immer noch an der Wand abstützend und als sie ihr Ziel erreicht hatte, musste sie erst eimal ein paar Sekunden Pause machen um den Schwindel loszuwerden, der sich über sie ausgebreitet hatte. Aber nicht zu lange, nein, keine Zeit. Da draußen sagte eine Frau etwas, und eine andere antwortete, sie musste sich bemerkbar machen bevor die beiden...was? Weg waren? Als ob hier jemand einfach so wegkommen würde...nein, nicht solche Dinge denken. Da waren noch andere Menschen, mögliche Verbündete, die vielleicht länger hier waren als sie, mehr wussten, vielleicht schon einen Fluchtplan hatten...

"Hallo?" Das reichte vielleicht nicht, sehr wahrscheinlich reichte das nicht. Sie schob ihre Hand durch die Gitterstäbe und fuhr dann hoch und runter. Wenn jetzt einer der Entführer kommen würde, konnte ihr der wahrscheinlich mühelos das Handgelenk brechen. Aber an so etwas wollte sie jetzt nicht denken, es gab nur ein Ziel und das war, Verbündete zu finden und hier rauszukommen.
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Re: Rollenspiel

Beitragvon KitKaos » So 12. Feb 2012, 19:14

Clark

Hatte da jemand gelacht? Oder wurde Clark vor Schmerz langsam aber sicher wahnsinnig? War er das schon? Nur mit Mühe hielt er sich im Hier und Jetzt, das süße Locken der Bewusstlosigkeit – nichts spüren, keine Schmerzen... Nur gnädige Schwärze, die ihn umgäbe...

Schließlich jedoch: „Clark! Hörst du mich? Clark! Antworte mir! Clark! ... CLARK!“

Lois! Da war sie wieder – Lois! Wie ein Anker, eine Rettungsleine, an der er sich festhalten konnte, zurück ins Bewusstsein. Die Schwärze hinter sich lassen. Wach bleiben! Hier! Jetzt! Er musste einfach – nicht für sich selbst, für Lois. Er würde sie nicht wieder leiden sehen, niemals wieder!!!

Verzweifelt zwang er seinen Körper stillzuhalten, kämpfte gegen das Zittern an. Atmete so tief er konnte ein. Und aus. Und nochmal. Ein... Aus...

Schloss die Augen - und all die damit verbundenen Reize aus. Einatmen... Ausatmen... Lois, ich bin hier.

Seine Brust schmerzte, als sie sich langsam, zitternd, hob und senkte. Ebbe und Flut der Schmerzen. Einatmen... Ausatmen...

Er hörte seinen unregelmäßig pochenden Puls in den Ohren – Rauschen, Dröhnen! Abnehmend, verklingend, langsam, erschreckend langsam. Einatmen... Ausatmen... Lois, ich bin bei dir.

Im Gang vor seiner Zelle konnte er mehrere Leute wahrnehmen. Herzschläge. Puls. Atmung... Weiter, Clark schloss alles andere aus, konzentrierte sich nur auf sein Gehör – und dankte Rao, dass es scheinbar noch nicht komplett vom Kryptonit ausgelöscht worden war... Ein Knirschen drang an sein Ohr und er realisierte, es waren seine eigenen Zähne, seine eigene Anspannung. Das Dröhnen in seinem Kopf wurde wieder lauter...

Atmen, Kent, atmen nicht vergessen! Einatmen... Ausatmen... Für Lois!

Zentimeter um Zentimeter zwang er sein Gehör weiter, nahm immer mehr Geräusche in den Räumen um ihn herum wahr. Weitere... Gefangene? Mehrere, eine genaue Zahl erforderte jedoch viel zu viel Konzentration... Einatmen... Ausatmen...

Bekannte Rhythmen. Lois' Herzschlag, und Chloes... Erhöht, doch scheinbar nicht besorgniserregend... Eine Woge der Erleichterung ließ ihn leichter atmen – wenn er sich nur an diesem Gefühl festhalten könnte... Er musste zu ihnen – aber wie?...

Vorsichtig bewegte er seine Fingerspitzen, lenkte alle Konzentration darauf. Spürte die Matratze unter sich, nass. Seine Hände, klamm. Wie sein Gesicht, als er es Millimeter für Millimeter anhob, kalten Schweiß brennende Spuren Nasenrücken und Kinn entlang ziehen spürte. Blendende, lähmende Explosionen auf der Innenseite seiner nach wie vor geschlossenen Augenlider. Das taube Kribbeln der Bewusstlosigkeit immer am Rand seines Bewusstseins – lauernd, bereit ihn zu übermannen...

Weitere Explosionen in seinen Schultern, Armen, Fingern, als er sich von seiner liegenden Position auf kämpfte. Gegen die Schwerkraft, gegen die Taubheit, die Schwärze,... Tief atmen, ein und aus, ein und aus...

Quälend langsam tastete Clark, bewegte sich Stück für Stück für kleines Stück in diejenige Richtung, aus der er zuvor Lois' Stimme gehört hatte... Harter, kalter Boden, entfernt feucht unter seinen Händen.

Schließlich erreichte er eine Wand – er hatte keine Ahnung, ob es die richtige war und wollte nicht die Augen öffnen um nachzusehen. Wollte sich ganz auf einen einzigen Sinn beschränken, im Hier und Jetzt bleiben! Schwer lehnte er dagegen, halb aufgerichtet, die Kühle an seinem Hinterkopf nur allzu willkommen. Er fühlte sich, als wäre er gerade einen Marathon gelaufen... Einatmen, ausatmen...

Seine Konzentration wieder ganz auf sein Gehör richtend, betete Clark, dass sie Lois und Chloe nicht in der Zwischenzeit weggebracht hatten – wie lange hatte er gebraucht? Sekunden? Minuten? Stunden? Tage? Er könnte es nicht sagen...

„Lois? Chloe? Hallo?...“ Seine Kehle fühlte sich unglaublich trocken an.
"I am Clark Kent. I need to be Clark. I'd go crazy if I'd have to be Superman all the time."

"Creativity is the residue of time wasted." (Albert Einstein)

"The future is there ... looking back at us. Trying to make sense of the fiction we will have become. And from where they are, the past behind us will look nothing at all like the past we imagine behind us now. ..."
-- ("Pattern Recognition", William Gibson)
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